„Homeoffice“ am Berufskolleg? – erfolgreiches Pilotprojekt zur Verknüpfung von Distanz- und Präsenzunterricht

Wie bereiten wir unsere Schülerinnen und Schüler optimal auf eine Arbeitswelt vor, die durch Homeoffice und digitales Selbstmanagement geprägt ist? Wie machen wir Unterricht krisenfest? Mit diesen Fragen startete das Berufskolleg kaufmännische Schulen Bergisch Gladbach zum Schuljahr 2024/2025 in Absprache mit der Bezirksregierung Köln ein Pilotprojekt zur Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht.

Im Fokus stand dabei eine Klasse der Höheren Berufsfachschule (HH24.1). Einmal pro Woche wurde die Klasse synchron im Distanzunterricht beschult. Ziel war es, digitale Kompetenzen zu fördern, eine klare Struktur im Homeoffice zu entwickeln und die Jugendlichen auf moderne Arbeitsformen wie Videokonferenzen und eigenverantwortliches Arbeiten vorzubereiten. Dies gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass ein solches Arbeiten auch einen Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt verspricht, da genau solche Formen des Arbeitens in verantwortungsvoller Art und Weise auch in Zukunft eine Rolle spielen werden. Dies sind auch die Rückmeldungen unserer dualen Partner im Berufsschulbereich.

Flexibilität bei jedem Wetter: Kein Unterrichtsausfall mehr

Aufgrund der Routine im Umgang mit Microsoft Teams ist die Klasse bestens auf spontane Wechsel in den Distanzunterricht vorbereitet. So kann selbst bei drohendem Unterrichtsausfall aufgrund extremer Glätte oder starkem Schneefall der Unterricht nahtlos digital fortgeführt werden.

Dank starker Unterstützung: Hardware für alle

Ein solches Projekt steht und fällt mit der Technik. Dank der großzügigen Unterstützung unseres Fördervereins am BKSB e.V. konnte die ergänzende digitale Ausstattung sichergestellt werden. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten mit Laptops und Tablets, wodurch sie den sicheren Umgang mit digitalen Medien im Lernalltag festigen konnten.

Das Urteil der Lernenden: Fokus und Effizienz

Eine am Ende der zwei Jahre durchgeführte Befragung unter den Schülerinnen und Schülern lieferte erfreuliche Ergebnisse:

  • Hohe Akzeptanz: Rund 90 % der Lernenden kommen mit dem Online-Unterricht genauso gut (55 %) oder sogar deutlich besser (35 %) zurecht als mit dem reinen Präsenzunterricht.
  • Bessere Konzentration: Viele Lernende gaben an, sich zu Hause besser konzentrieren zu können, da Ablenkungen durch Mitlernende oder allgemeine Unterrichtsstörungen entfielen.
  • Zeitgewinn: Positiv hervorgehoben wurde zudem der Wegfall des (teilweise sehr weiten) Schulwegs, was zu einer spürbaren Entlastung im Alltag führte.

Herausforderungen wie die Ablenkungsgefahr im privaten Umfeld oder vereinzelte technische Probleme wurden ebenfalls offen benannt und dienen uns als Grundlage, um das Konzept stetig weiter zu optimieren.

Erfolg auf ganzer Linie: 100 % Prüfungszulassung

Die wichtigste Erkenntnis der Evaluation: Die Lernqualität bleibt auf höchstem Niveau. Nahezu 100 % der Schülerinnen und Schüler bestätigten, im Online-Unterricht genauso viel zu lernen wie vor Ort. Dieses Ergebnis wird durch den Erfolg der Klasse untermauert: Alle Schülerinnen und Schüler der Oberstufenklasse HH24.1 wurden zur FHR-Abschlussprüfung zugelassen. Aufgrund dieser positiven Erfahrungen ist für das kommende Schuljahr eine Fortführung sowie eine Erweiterung des Konzepts auf weitere Klassen nach Zustimmung der Bezirksregierung im Bereich der Höheren Berufsfachschule fest eingeplant.